Wir holen Luther vom Sockel, dass er unter uns sei.
Eulenspiegelei aus „Luthers Traum vom Teufel“ – Michael Potkownik

Da, seid ihr ja, ich meint, so manchen hier zu kennen!
Und sitz, wie im vergangnen Jahr und harrt und hofft der Narretei
um euren Luther rum.
Der war, ein wahrhaft großer Mann, in viel zu kleiner Haut!
Wie Ihr, wie wir auf diesem Platz. Ich seh` in den Gesichtern
stumm, die Frage: Wann beginnt nun, das Panoptikum?
Gleich ist`s soweit!
Die Puppen tanzen euch zur Freud. Ich nehm euch die Enttäuschung gleich vorweg:
Die Obrigkeit, spielt heut nicht mit!
Und Schalkel und Gaukel die beiden Narren sind, dem, Gott sei Dank, nicht über uns.
Sie sind im Publikum!
Wir spielen heut, ihr ahnts noch nicht, das wir gemeinsam spielen.
Ihr glaubt es nicht, habt kein Textbuch, keine Noten
nur eure viel zu kleine Haut.

Die, hatte Luther auch, ich sagte es bereits und das nicht ohne Grund,
denn eines eint uns mit dem Bruder Luther und dessen Teufelskampf.
Den Bruder können wir nicht mehr befragen, der lebt schon längst in aller Ewigkeit!
Aber, du und du, ihr könnt euch fragen, was ihr dem Teufel sagt,
wenn er an euren Betten steht, und den Kontrakt herüberreicht.
Wie oft erheischt er Unterschrift unter seinem Dokumente!
Da gibt es kein zurück, da gibt es keine Wende!
Ja, das ist des Pudels Kern und Botschaft unseres Stücks.
Ein Spiegel ist`s und heißt in Worten:
Weigert den Kontrakt wenn Luzifer an euren Betten steht!
Und werft mit eurem Tintenfass!

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