Eine Rubrik für Geschichten, Gedichte und Essays – für Jedermann.  Autoren die auf diesem Weg hier etwas veröffentlichen möchten, melden sich gern bei uns.

Gedanken zum Stück „Schiller in Kahnsdorf“

01.Juli 1785
An diesem denkwürdigen Tag, trafen sich,  im idyllischen Kahnsdorf, auf Betreiben des  Leipziger Professors und Gutsherr Gottlieb Ernesti,
der Dichter Johann Christoph Friedrich Schiller,
mit dem selbstlosen Kunstmäzen Christian Gottfried Körner,  aus Leipzig stammend.
Hilfe musste her, für den begnadeten Genius Schiller,
sollte der nicht im Mannheimer Schuldturm landen.
Schille beschrieb in seinem Stück, „Kabale und Liebe“ die widrigen Verhältnisse seiner Zeit so treffend, dass er nicht nur  in allen deutschen Landen, auf offene Ohren stieß, sondern vor allem bei vier jungen Leipziger Damen und Herren:

Da waren die beiden Kinder des Leipziger Kupferstechers Stock,

Johanna Dorothea Stock,
im Stück gen. Dora,

Maria Jacobina Stock,
im Stück genannt. Minna,

und die Herren

Ludwig Ferdinand Huber,
im Stück Ferdinand genannt, ein begnadeter Übersetzer
und Bruder Leichtfuss, er war der  Dora anverlobt

und nicht zuletzt

Christian Gottfried Körner
Im stück Christian genannt

Der die Hilfe für den schwäbischen Dichter anbahnte
Und sie erfüllte,
auf dem Gut seines Freundes

Christian Gottlieb Ernesti
Im Stück Ernesti genannt

Auf dessen Gut und bei diesem Treffen verfestigte sich die Hilfe für den verfolgten Dichter,
bahnte sich,  bei diesem die darüber empfundene Glückseligkeit, im Gedicht „ Lied der Freude“ an, verlieh diesem den Seelenstarken Ausdruck.
Ein Gefühl das allgegenwärtig bleibt und berührt, wenn wir heute die Europahymne hören.

Jetzt lässt es sich erahnen, was mit einem Genius gemeint ist,
kein Ingenieur der Seele, kein Eventmanager und Nachbeter
aller Art und Sorte.
Für eine Herta Müller vielleicht,
Für Günter Grass vielleicht,
aber Genius?
Das wird die Zukunft zeigen.

Das Treffen jedenfalls liegt 230 Jahre zurück.
Vor langer Zeit also
und doch der Anlass der damaligen Geberkonferenz könnte nicht heutiger sein.
Hören wir nicht täglich:
aus Kostengründen müssten an Bühnen im ganzen Land mehr und mehr Sparten aufgegeben werden!
Werden nicht Orchester in ihrer Existenz in Frage gestellt, um sie dann einige Zeit später, im wahrsten Sinn des Worte, sang und klanglos ausklingen, zu lassen.
Die Liste ist lang.
Aber es gibt Menschen im Land, die bereit sind, gegen diesen Strom,  zu rudern, das aufzugeben, was damals seinen Anfang nahm.

Ja, die Europahymne erklänge heute nicht, hätte es 1785  diese Begegnung nicht gegeben und sie wird Weiterklingen,
weil es Männer wie Andre`Bücker und Sewan Latchinian gibt, und weil der Bürger lieber das Salz in der Suppe des Lebens, als den Abgesang desselben finanzieren will!

Was ging und was geht uns verloren,
wenn ein seelenloser Rotstift,
gleich einer Axt,
die im Wald umgeht,
die Kultur einer Nation zusammenstreicht,
dass wir am Ende auf einer Lichtung stehend,
uns ohne  Erbe und Zukunft wiederfinden.

Das sollten wir bedenken, wenn wir dem nun folgenden Spiel unsere Aufmerksamkeit widmen,
die Suppe des Lebens löffeln, die der Dichter, mit dem
nötigen Salz versehen hat,
dass sie nicht fade sei!

Michael Potkownik
18.05.2015

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